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Mein Weg ins neue Leben

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Hier schreiben Teilnehmer der Gruppe über ihren Weg... 

 

 

Monika

Ich bin Monika, geb. im Jahr 1972. 

Als Großfamilien-Mutter mit 5 Kindern und einen Mann ;-) habe ich sehr lange Zeit nicht auf mich und meinen Körper geachtet. Man wächst in seine Körperform. 

Die Folge kennt jeder Betroffene: Übergewicht! 

Mit einem Höchstgewicht von 145 kg und kleinere Nebenwirkungen habe ich die Notbremse gezogen und gesagt:  ''Es reicht so kann und darf es nicht weitergehen.'' 

Über Bekannte und Freunde habe ich dann von der SHG-Borken erfahren. 
Ich habe den Weg über die Ernährungsärztin gewählt und nach etwa 1,5 Jahren Vorbereitung mich dazu entschlossen mich operieren zu lassen. 

Im August 2014 war es dann soweit. Mein RY-Bypass wurde nun eingerichtet und mein neues Leben beginnt. Ja schon, nur nicht so, wie ich dachte!
 
Denkste! Nach 2 Tagen: Not-Op, denn es war eine Naht undicht! Klasse!
 
Bei einer Chance von 0.7 % für Komplikationen war ich die Glückliche und habe dann auch mal eben alle Nebenwirkungen mitgenommen. 

Wenn, dann mache ich es auch richtig! Als dann noch eine Wundheilungsstörung dazu kam,wurde aus meinen 3-4 Tagen Krankenhaus Aufenthalt... 3 Wochen
 
Aber ich habe diesen Schritt nie bereut! 

Ab da ging es in kleinen Schritten vorwärts. 

Ich habe mein ganzes Leben umgekrempelt. 

Wo früher die Kinder und der Mann an erster Stellen standen, stehe ich jetzt. 

Nach einer Abnahme von 60 kg bin ich viel agiler, unternehmungslustiger und engagiere mich in einigen Ehrenämtern die mir sehr viel Freude machen. 

Ich kann nur sagen: 

Das war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe!

 

 

 

 

Elisa

Ich bin Elisa, geboren 1988 und werde dieses Jahr 30 Jahre alt.

Eigentlich war ich gefühlt immer schon sehr kräftig gebaut, Erinnerungen, das es als Kleinkind anders war, habe ich so nicht mehr. Allein ein Bild wo ich 5 oder 6 Jahre alt war zeigt, dass ich tatsächlich mal Röcke und Kleidchen tragen konnte.

Eigentlich war ich als Teenie auch immer sehr viel unterwegs und kein Stubenhocker. Aber unregelmäßiges und ungesundes Essen machten dies nicht besser. Mit 14 bekam ich meine erste Reha. Ich kam in eine Klinik im Allgäu und sollte hier lernen mich gesund zu ernähren, mich sportlich zu betätigen und nahm auch dort in 8 Wochen 15 Kg ab. Gestartet war ich allerdings damals schon mit 105kg!

Der Erfolg blieb nicht lang, sodass ich nach einem halben Jahr alles wieder drauf hatte plus ein paar Bonuskilos. Damit begann meine Abnehmspirale sich zu drehen. Es folgten mehrere Jahre von Diäten und Jojo-Effekten.

Anfang 20 habe ich dann schon einmal drüber nachgedacht, mich einer Magenverkleinerung zu unterziehen, habe den Gedanken aber wieder verworfen und habe noch einmal so durchstarten wollen und scheiterte....erneut.

Als ich dann jedoch mitten in meiner Ausbildung 2016 2 Monate wegen chronischen Rückenbeschwerden beruflich ausfiel, dann auch noch 3 Wochen in Reha musste, habe ich mir geschworen, das es so nicht weitergehen kann. Ich hatte mittlerweile ein Kampfgewicht von 153kg bei 172cm Körpergröße! Sehr verletzt hat mich damals der Satz meines Orthopäden der da lautete "Sie müssen in ein offenes MRT, denn fürs normale sind Sie viel zu dick, da passen Sie niemals rein!"

Es hat mich fassungslos gemacht wie er mit mir sprach, aber irgendwas passierte dann in mir. Ich hab mich hingesetzt und habe, nachdem ich mich dann wieder gefangen hatte, nach Selbsthilfegruppen gesucht. Die erste die ich besuchte, war so gar nicht mein Fall, alles sehr erdrückend, sehr depressive Stimmung.

Doch dann fand ich die Adipositas SHG in Borken und bin dort mit strahlenden Gesichtern und offenen Armen empfangen worden. Ich saugte jedes Gespräch, jeden Vortrag und jede noch so kleine Info auf wie ein Schwamm und bin dann im Januar 2017 mit meinem Multimordalen Konzept gestartet und habe den ersten Schritt in Richtung Schlauchmagen und neues Leben gemacht.

Das halbe Jahr in dem ich mit Ernährungsberatung lernte, mein Essverhalten zu ändern ging so schnell um das ich dann auch schon im Juni 2017 meinen Antrag auf Kostenübernahme für die Schlauchmagen OP bei meiner Krankenkasse einreichte. Gott, was kam mir die Wartezeit ewig vor. Auch hier hat mir die Gruppe immer geduldig zugehört auch wenn ich zum x-ten Male sagte, das ich es nicht mehr ertrage zu warten :-)

Egal wie oft etwas immer und immer wieder angesprochen wurde, keiner wird hier in der Gruppe abgelehnt! Jeder darf, kann und soll so sein wie er eben ist. Ohne Vorurteile. Einfach Mensch.

Meine Zusage kam dann relativ zügig, sodass ich dann im Juli 2017 meinen Schlauchmagen bekam. Mit dem halben Jahr Vorbereitung waren auch schon die ersten 20kg von dannen gezogen.

Ich merkte und merke auch heute, 11 Monate post OP, wie mit jedem schwindenden Kilo, meine Lebensqualität, mein Selbstwertgefühl, mein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein steigt. Immerhin habe ich mich fast halbiert bis heute.

Ich hatte vorher chronische Rückenschmerze, Knieschmerzen, Kurzatmigkeit, Bluthochdruck (musste Medikamente nehmen). Alles ist nun weg, sodass mein Hausarzt an mir, zumindest nicht mehr als Chroniker, was verdient. :-)

Für mich war es die Beste Entscheidung meines Lebens. Und ohne den Rückhalt und der Unterstützung der Adipositas Selbsthilfegruppe, wäre mir der Weg wohl nicht so leicht gefallen, bzw. wäre ich ihn wahrscheinlich nicht einmal zu Ende gegangen.

Ich hatte mir als Ziel gesetzt, das ich es schaffen will, bis ich 30 Jahre alt werde, schlank zu sein. Viele fanden es damals utopisch. Aber ich habe es für mich bis jetzt erreicht und das noch lang vor meinem Geburtstag. Alles hat sich einfach geändert, viele werden auch mit Euren Veränderungen nicht zurechtkommen, da man eben nicht mehr so funktioniert, wie es das Umfeld gewohnt war.

Ich habe meinen angefutterten Panzer abgeworfen und war und bin auch noch heute dadurch vielleicht verletzlicher, aber genauso wie es dauerte, sich einen Schutzpanzer anzufuttern, braucht eben auch der Kopf und das Selbstbewusstsein, um sich wieder aufzurichten um einen zu schützen. Auch hier bin ich der Gruppe so dankbar, dass sie mich unendliche Male aufgefangen hat, weil ich nicht wusste, wie ich ohne Schutzpanzer alles meistern soll.

Der erste Schritt ist immer zu sehen, dass man was ändern muss und keine Ausreden mehr für sein Verhalten sucht. Gemeinsam sind wir stark und Hilfe zur Selbsthilfe bekommt man gerade hier in der SHG Kiloweise. :-)

Elisa, Juni 2018

 

 

 

Michael

Mein Name ist Michael, ich bin 1974 geboren. Schon von Kindestagen an war ich ein wenig pummelig, habe aber im Teenageralter trotzdem aktiv Tischtennis im Verein gespielt und war auch sonst nicht sonderlich unsportlich.

Leider änderte das sich in der Mitte meiner zwanziger Jahre. Ich wurde immer dicker. Das Essen machte halt Spaß und meine Hobbies, Bücher und Computer, und mein Bürojob haben mit Sicherheit ihren Anteil daran, dass der Umfang immer größer wurde. Hinzu kam der berufliche Stress mit Überstunden und Wochenendarbeit. Da blieb keine Zeit für gesunde Ernährung, Unmengen an Fastfood und vor allem Energydrinks in rauen Mengen taten ihr übriges dazu. So stieg mein Gewicht innerhalb von fünfzehn Jahren auf rund 200kg. 

Ich zog mich in dieser Zeit immer mehr aus dem Bekanntenkreis und der Öffentlichkeit zurück. Früher war ich ein begeisterter Kinogänger und im Sommer war ich immer im Schwimmbad. Aber mit jedem Kilo mehr spürte ich natürlich auch, dass die gesellschaftliche Akzeptanz, um es mal freundlich auszudrücken, gegenüber meiner Figur rasant schwand. Und die Vorurteile, die wir alle kennen, kam dann noch hinzu: Faulheit, nicht belastbar, selber Schuld usw.

Natürlich nervte mich mein Gewicht. Nicht nur die körperlichen Sachen wie extreme Kurzatmigkeit, ein ständig schmerzender Rücken, extreme Wassereinlagerungen in den Beinen. Auch die Einschränkungen, die es mit sich brachte. Das Laufen und Treppensteigen wurden zur Qual, ich machte regelmäßig Stühle, Betten und Toilettensitze kaputt. Aber ich habe keinen Lösungsweg gefunden. Diäten habe ich noch und nöcher gemacht, der Jojoeffekt hat immer wieder alles rückgängig gemacht. Mittlerweile habe ich mich in meinem Schicksal ergeben und den Frust mit noch mehr Essen begraben. Hat natürlich nicht funktioniert.

Anfang 2017 hat mein Körper dann die Notbremse gezogen. Die Lunge hatte einfach nicht mehr genug Platz und hinzu kam noch eine Lungenentzündung. Ich fiel ins Koma. Nach einer dreizehnwöchigen Odyssee in diversen Kliniken und Reha-Maßnahmen konnte ich endlich wieder nach Hause. Mit 52kg weniger auf den Rippen. Nein, ich habe kein Fett absaugen lassen und ich habe auch keine bariatrische Operation durchführen lassen. Aber ich habe in der ganzen Zeit einfach viel Wasser und Fett verloren, denn das Krankenhausessen war ungeniessbar und wenn man dreizehn Wochen sich freiwillig von einem Brühwürstchen und einem trockenen Brötchen ernährt... 

Zum Glück bin ich kurz vor dem Zusammenbruch auf die Borkener Adipositas-Selbsthilfegruppe aufmerksam geworden. Nicht nur, dass ich dort endlich wieder unbeschwert unter Leute gehen kann, dort bekomme ich auch als jemand, der sich nicht einer Magenoperation unterziehen will, fundierte Informationen und Hilfe. Dort habe ich auch meine neue Hausärztin kennengelernt, die im Herbst 2017 dort einen Vortrag gehalten hat. Sie ist Ernährungsmedizinerin und kann mit Adipositas-Patienten ganz anders umgehen. Sie hat Ende 2017 eine Reha-Sportgruppe für Adipositas-Patienten ins Leben gerufen und dort treibe ich jetzt jeden Mittwoch Sport, auf mich und meine Möglichkeiten angepasst. Hätte ich die Adipostias-Selbsthilfegruppe Borken nicht kennengelernt, ich hätte alle positiven Dinge, wie den Reha-Sport, wie die Ergo-Therapie, wie die Ernährungsberatung etc. alles nicht kennen- und nutzengelernt, weil mir einfach die Informationen über meine Möglichkeiten gefehlt hätten. Im Internet wird viel dummes, falsches und manipulatives für dicke Menschen geschrieben, die Infos von dort zu kanalisieren und zu bewerten, auch dafür ist die ASHG Borken sehr gut geeignet.

Nun, im Frühjahr 2018 bin ich auf einem sehr guten Weg, denken ich. Seit über einem Jahr esse ich kein Süßkram mehr, verzichte auf zuckerhaltige und kalorienhaltige Getränke und treibe halt einmal die Woche Sport und achte auch darauf, was und in welcher Menge ich wann esse. Dabei verzichte ich auf kaum was, es geht aber trotzdem. Meine Kurzatmigkeit ist verschwunden, der dauernde Husten auch. Spazierengehen ist ohne Probleme wieder möglich und Rückenschmerzen habe ich höchsten nur mal dann, wenn ich zu lange herumgelegen habe. Ich gehe wieder unter die Leute, verstecke mich nicht mehr zuhause, kurz: Mein ganzes Lebensgefühl hat sich um einhundert Prozent verbessert. Und das dies so ist, habe ich zu einem großen Teil auch der Gemeinschaft der ASHG Borken zu verdanken. Ich bin wirklich froh, und würde einem Gott dafür danken, wenn ich an sowas glauben würde, dass ich damals, vor einem Jahr, den Mut dazu gefunden habe, mal an einem dieser Abende teilzunehmen. Und glaubt mir, ich habe lange gezaudert. Aber alle Bedenken haben sich als Grundlos herausgestellt.

Michael, im Februar 2018

 

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Version 3.0.1/2018

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